Bereicherung

Lesen zu können und durch die Lektüre eines Buches das Gefühl zu bekommen, jemand ganz Besonderen kennen gelernt zu haben – das ist ein Teil meines Lebens, den ich sehr liebe.

“Der Pferdejunge” von Rupert Isaacson ist so ein bereicherndes Buch. Der Vater erzählt von dem außergewöhnlichen Weg der Eltern hinein in das Leben mit ihrem autistischen Sohn.  Ganz besonders wichtig ist mir geworden, was der Mann über den Gedankengang / den Blickwinkel seiner Frau sagt:

Aus: „Der Pferdejunge“ von Rupert Isaacson, über seine Frau Kristin

„Konkret geforscht hatte sie über das buddhistische Konzept des Mitgefühls mit sich selbst, bei dem es darum ging, Freundlichkeit und Vergebung sich selbst und anderen gegenüber zu kultivieren. Keine leichte Aufgabe, vor allem nicht in Zeiten von Leid oder Versagen.

Dennoch schienen die Studien, die sie dazu veröffentlichte, zu zeigen, dass Mitgefühl mit sich selbst besser für die geistige Gesundheit ist als hohe Selbstachtung. Kristin hatte herausgefunden, dass das ständige Streben nach hoher Selbstachtung mit der Zeit zu einem obsessiven Überlegenheitsgefühl führt und dazu, dass man meint, etwas Besonderes zu sein – eine emotionale Achterbahn, von der man nicht mehr herunter kommt.

Im Gegensatz dazu erlaubt das Mitgefühl mit sich selbst, sich klar zu sehen, sich zu vergeben und dann die notwendigen Schritte zu tun, um ein geistiges Gleichgewicht zu erreichen. Als Mutter eines autistischen Kindes hatte sie in letzter Zeit weiß Gott jede Menge Gelegenheit gehabt, sich darin zu üben. „Als ob es so etwas wie das Selbst gäbe“, sagte sie dann nur augenzwinkernd.“

Ich finde diese Gedanken sehr einleuchtend und hilfreich, um mit sich selbst gut umzugehen.

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